In Veröffentlichungen zur Sicherheit von Alleinarbeitern taucht regelmäßig der Begriff „Totmannmelder“ auf. Er bezeichnet ein Schutzsystem für Alleinarbeiter, das im Notfall ein Alarmsignal senden kann. Paradoxerweise rettet dieser Totmannalarm trotz seines Namens Leben.
Ähnlich oder gleichbedeutend werden auch die Begriffe Alleinarbeiterschutz und PNA (Personen-Notsignal-Anlage) sowie der Ausdruck Totmannmelder verwendet. Wir erläutern daher diese Begriffe, ihre Bedeutung und ihre Rolle.
Alleinarbeiterschutz und Totmannmelder: die Bedeutung der Begriffe
Was ist ein Totmannmelder?
Der Totmannmelder ist eine Sicherheitsausrüstung, die die Aktivität eines Alleinarbeiters überwacht und bei Bewegungslosigkeit oder Unwohlsein einen Alarm übermittelt.
Was ist eine PNA?
Die Begriffe PNA-Gerät und Personen-Notsignal-Anlage sind gleichbedeutend. Sie bezeichnen am Körper getragene Geräte, die ungewöhnliche Situationen wie einen Sturz oder Bewegungslosigkeit erkennen.
Die PNA ermöglicht es einem Beschäftigten, der allein arbeitet, eine Notlage zu melden.
Was ist Alleinarbeiterschutz?
Der Begriff Alleinarbeiterschutz wird oft auch für einen Totmannmelder verwendet. Im weiteren Sinne umfasst er alle Maßnahmen, Normen und Hilfsmittel, die eingesetzt werden, um die Sicherheit von Alleinarbeitern zu gewährleisten, also von Beschäftigten, die sich außer Sicht- und Rufweite anderer Kollegen in einer potenziell riskanten Situation befinden.
Was bedeutet „Alleinarbeiterschutz mit PNA“?
Man spricht von Alleinarbeiterschutz mit PNA, wenn Alleinarbeiter durch eine Personen-Notsignal-Anlage geschützt werden. Ein Arbeitgeber muss solche Systeme einführen, um die Sicherheit seiner Beschäftigten zu gewährleisten, wenn sie vorübergehend oder dauerhaft allein arbeiten und Risiken ausgesetzt sein können. Alleinarbeit bringt nämlich zwangsläufig Risiken mit sich und verschärft zudem bestimmte Risiken.
Die Rolle von Totmannmeldern
Welche Aufgabe haben Totmannmelder?
Totmannmelder bzw. PNA-Sicherheitssysteme erkennen automatisch Notlagen wie Bewegungslosigkeit oder einen Sturz. So kann bei einem Vorfall schnell ein Rettungsteam alarmiert werden, sofern der Beschäftigte nicht signalisiert, dass es sich um einen Fehlalarm handelt.
Der „Totmannmelder“ trägt seinen Namen also zu Unrecht, denn er soll Leben retten!
Welche weiteren Funktionen haben PNA bzw. Totmannmelder?
Die Vorfallerkennung
Die PNA-Alarme
Die Alarmketten
Die erweiterten Funktionen
Ziel dieser Geräte ist nicht nur, einen Vorfall zu erkennen und die Teams zu alarmieren.
Sie sollen auch eine schnelle Versorgung des Beschäftigten in Not ermöglichen. Dafür sorgen weitere Funktionen wie die Ortung des Alleinarbeiters im Alarmfall, damit die Rettungskräfte so schnell wie möglich eingreifen können.
Ziel ist es, den Beschäftigten so schnell wie möglich zu versorgen, um die Schwere des Vorfalls zu begrenzen und in den schwersten Fällen seinen Tod zu verhindern.
PNA, Totmannmelder und die Einhaltung der Vorschriften
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Alleinarbeiter zu schützen. Auch wenn ein Totmannmelder gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, muss das Unternehmen alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz allein arbeitender Beschäftigter treffen. In diesem Rahmen kommen PNA und Totmannalarme zum Einsatz.
Ein wirksames Eingreifen der Rettungskräfte ist zudem eine gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers für die Sicherheit von Alleinarbeitern. So heißt es in Artikel R4543-19 des französischen Arbeitsgesetzbuchs sinngemäß: „Ein Alleinarbeiter muss jede Notlage melden können und so schnell wie möglich Hilfe erhalten.“
Die Bedeutung schneller Hilfe dank Totmannsystemen
Die Zeit bis zum Auffinden des Alleinarbeiters ist lebenswichtig!
Schnelle Hilfe ist eine grundlegende Aufgabe von PNA und Totmannmeldern. Die Zeit, die benötigt wird, um den Alleinarbeiter zu orten und zu versorgen, wirkt sich stark auf seine Gesundheit und seine Überlebenschancen aus. Deshalb sind Geräte mit präziser Ortung notwendig. Einige Zahlen aus anerkannten medizinischen Veröffentlichungen:
– 15 Minuten zusätzliche Verzögerung kosten bei einem Schlaganfall 1 Monat Lebenserwartung
– 30 Minuten zusätzliche Verzögerung erhöhen bei einem Herzinfarkt das Sterberisiko innerhalb eines Jahres um 7,5 %
– 50 % weniger Todesfälle bei Verbrennungen zweiten oder dritten Grades, wenn die Intensivbehandlung in den ersten Stunden beginnt
Wie können PNA und Totmannalarme die Zeit bis zur Versorgung verkürzen?
PNA sollen die Versorgung des Beschäftigten in Not beschleunigen. Es gibt verschiedene Totmannfunktionen, die eine möglichst schnelle Versorgung begünstigen.
Automatische Vorfallerkennung
Bei einem Vorfall ist ein Alleinarbeiter nicht immer in der Lage, seine Notlage selbst über eine SOS-Taste zu melden. Um die Rettungskräfte so schnell wie möglich zu alarmieren, ist die automatische Vorfallerkennung daher unerlässlich.
Erweiterte Ortungsfunktion
Um das Risiko von Todesfällen oder schweren Folgeschäden zu minimieren, sollte der Arbeitgeber eine PNA wählen, die einen Alleinarbeiter in Not präzise orten kann. Dazu gehört auch die Bestimmung des Stockwerks, sonst verlieren die Rettungskräfte wertvolle Zeit beim Absuchen der verschiedenen Ebenen. Das ist besonders an komplexen und großen Standorten wichtig.
Die meisten Totmannsysteme erkennen zwar zuverlässig einen Vorfall und senden einen Alarm, doch die präzise Ortung des Alleinarbeiters ist oft schwierig. In Gebäuden oder Untergeschossen gibt es praktisch keine GPS-Abdeckung. Deshalb hat Sysnav eine Technologie entwickelt, die einen Alleinarbeiter in Not in jeder Umgebung orten kann, selbst in den kritischsten wie Untergeschossen und Gebäudeinneren.
Welche PNA- und Totmannlösungen gibt es 2026 auf dem Markt?
Es gibt eine große Vielfalt an PNA und Totmannsystemen.
Sie unterscheiden sich in ihrer Form (eigenes Gerät, mobile App, Funktion in einem Funkgerät, Armband, Ausweis oder vernetzter Schuh …) und im Umfang der übermittelten Informationen zu ungewöhnlichen Situationen:
– Erkennung von Lageverlust und/oder Bewegungslosigkeit
– Ortung des Alleinarbeiters beim Alarm
– Vitalparameter des Beschäftigten wie Herzfrequenz oder Körpertemperatur
Manche PNA-Systeme kombinieren auch mehrere dieser Funktionen. Die verschiedenen Gerätetypen entsprechen unterschiedlichen Anforderungen, die ein Arbeitsschutzverantwortlicher erfüllen muss, um die Sicherheit der Alleinarbeiter an seinem Standort gemäß den Vorschriften zu gewährleisten.
Siehe unseren Artikel: „Wie entwickelt sich die PNA 2025?“
Nach welchen Kriterien wählt man einen Totmannalarm für Alleinarbeiter?
Bei der Wahl eines PNA- bzw. Totmannsystems sind verschiedene Parameter und Kriterien des Arbeitsplatzes zu berücksichtigen:
Die Risiken der Tätigkeit der Alleinarbeiter
Brand-, Sturz- und Kollisionsgefahr, Gefahrstoffe, Naturkatastrophen …
Die Beschäftigten dürfen durch das Totmannsystem bei ihrer Tätigkeit nicht behindert werden. Auch die übrige persönliche Schutzausrüstung (PSA), die sie tragen müssen, ist daher ein Auswahlkriterium.
Die Arbeitsumgebung der Alleinarbeiter
Innenbereich oder nur Außenbereich (Ortung im Freien oder drinnen und draußen) und ihre Komplexität (unterirdische Bereiche, Stege, hohe Strukturen oder mehrere Stockwerke …)
Mögliche Vorbehalte der Beschäftigten gegenüber diesen Geräten
Eine Totmannlösung ist nicht wirksam, wenn sie nicht den Bedürfnissen der Beschäftigten entspricht und nicht gemeinsam mit ihnen ausgewählt wurde. Die häufigste Ursache für das Versagen von Totmannsystemen ist, dass sie nicht getragen werden.
Die verfügbaren Kommunikationsnetze
Je nach verfügbarem Netz funktionieren bestimmte PNA-Modelle oder nicht: 4G, LTE, 5G, LoRa, WLAN usw.
Mögliche Funklöcher
An vielen Standorten machen Funklöcher die Alleinarbeit besonders riskant, da aus diesen Bereichen kein Alarm gesendet werden kann. Ohne Kommunikationsnetz kann die Alarmkette nicht ausgelöst werden. Manche Totmannmelder wie das PNA-Gerät von Sysnav bieten diese Funktion, um Alleinarbeiter lückenlos zu schützen.
Die Größe des Standorts, falls eine PNA-Infrastruktur nötig ist
Manche fortschrittlichen PNA-Lösungen erfordern eine Infrastruktur für die Ortung oder Antennen zur Abdeckung von Funklöchern.
Das verfügbare Budget, das ein begrenzender Faktor sein kann.
Wie wählt man sein Totmannsystem?
Um den Totmannmelder mit der höchsten Sicherheit für den eigenen Standort zu wählen, sind mehrere Analyseschritte und die Erstellung eines Lastenhefts notwendig.
Die Gefährdungsbeurteilung
Bei der Gefährdungsbeurteilung werden die möglichen Gefahren am Standort ermittelt und dokumentiert (in Frankreich im DUERP). Unternehmen müssen diesen Gefahren mit gezielten Maßnahmen oder Ausrüstungen begegnen.
An einem Standort, der beispielsweise den ATEX-Normen unterliegt (explosionsfähige Atmosphäre) oder Brandrisiken birgt, etwa in der Chemiebranche, muss die PNA auch bei großer Hitze oder bei Gas- und Dampfaustritten funktionieren.
Die Gefährdungsbeurteilung muss alle möglichen Situationen umfassen, in denen ein Beschäftigter allein arbeitet, ob regelmäßige Aufgaben oder gelegentliche Tätigkeiten. Eine Aufgabe muss weder lange dauern noch regelmäßig sein, um als Alleinarbeit zu gelten.
Der Tragekomfort
Auch der Tragekomfort der PNA-Lösung ist ein Schlüsselkriterium bei der Wahl des Totmannmelders, denn die Lösung muss von den Beschäftigten zusätzlich zur übrigen PSA akzeptiert werden. Sie darf sie also weder bei ihren täglichen Aufgaben behindern noch ihre Arbeitsgewohnheiten verändern.
Die Arbeitsumgebung und die Wahl der PNA
Je nach Arbeitsumgebung muss die PNA bestimmte Normen erfüllen oder bestimmte Funktionen bieten:
- Abdeckung von Funklöchern, wenn Bereiche des Standorts kein Netz haben
- Ortung in Innenräumen, wenn Alleinarbeiter in Gebäuden oder Untergeschossen arbeiten
- Gaserkennung und Totmannalarm an einem Chemiestandort
- usw.
Der Preis eines Totmannmelders für Alleinarbeiter
Je nach Modell kostet ein Totmannmelder zwischen 5–10 € und über 1.200 € für die fortschrittlichsten Modelle.
Für eine Totmann-App sind etwa 10 bis 100 € pro Jahr zu veranschlagen, für ein eigenes Gerät 300 bis 1.200 €, für eine Smartwatch 300 bis 500 € und für vernetzte PSA 300 bis 600 €.
Beim Preis sind neben dem PNA-Abonnement auch Projektkosten und wiederkehrende jährliche Kosten zu berücksichtigen: Abonnement einer Notrufzentrale, Wartung, SIM-Karten-Vertrag usw.
Das verfügbare Budget kann entscheidend sein, denn PNA-Lösungen sind je nach benötigter Infrastruktur unterschiedlich teuer. Die Wahl der PNA hängt daher von den Besonderheiten und Anforderungen des Standorts ab, um die Einführungskosten zu minimieren und zugleich die Wirksamkeit des Systems sicherzustellen.
Die PNA-Lösung an den Sicherheitsbedarf der Alleinarbeiter anpassen
Die Wahl eines geeigneten Geräts, das die spezifischen Anforderungen des Standorts berücksichtigt, ist umso wichtiger, als der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, einem Alleinarbeiter in Gefahr so schnell wie möglich Hilfe zukommen zu lassen. So heißt es in Artikel R4543-19 des französischen Arbeitsgesetzbuchs sinngemäß: „Ein Alleinarbeiter muss jede Notlage melden können und so schnell wie möglich Hilfe erhalten.“
Die PNA-Lösung muss daher an die Besonderheiten des Standorts und an die möglichen Gefahren für die Alleinarbeiter angepasst werden, um ihre Sicherheit so wirksam wie möglich zu gewährleisten und die geltenden Vorschriften zu Sicherheit und Unfallverhütung einzuhalten.
Die PNA von SYSNAV eignet sich daher besonders für Industriestandorte, die eine präzise Ortung von Alleinarbeitern in Innenräumen wie im Freien benötigen und zugleich den Aufbau einer eigens dafür bestimmten Infrastruktur vermeiden möchten, deren Installation und Wartung teuer sind.
Weitere Informationen zur PNA-Lösung von SYSNAV finden Sie auf unserer Seite: die Personen-Notsignal-Anlage von SYSNAV
Weitere Informationen zu Totmannmeldern und Alleinarbeit


