In vielen Industriezweigen (Petrochemie, Pharma, Lebensmittel usw.) besteht in bestimmten Umgebungen Explosionsgefahr durch brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube. Diese Bereiche heißen ATEX-Zonen (ATmosphères EXplosibles, explosionsfähige Atmosphären). Arbeitet ein Beschäftigter allein in diesen sensiblen Bereichen, braucht er unbedingt ein Gerät für den Alleinarbeiterschutz (PNA), das speziell für diese Risikoumgebungen entwickelt wurde.
In diesem Artikel erläutern wir die Besonderheiten von PNA für ATEX-Zonen.
Was ist eine ATEX-Zone?
Eine ATEX-Zone ist ein Bereich, in dem sich durch brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube eine explosionsfähige Atmosphäre bilden kann. Diese Zonen werden nach Häufigkeit und Dauer der Explosionsgefahr eingeteilt und erfordern zertifizierte Ausrüstung, damit keine Explosion ausgelöst wird.
Zur Erinnerung: ATEX-Zonen werden nach der Wahrscheinlichkeit des Risikos und nach der Art des Gemischs (Gas oder Staub) eingeteilt:
- Zone 0: ständige oder langzeitige explosionsfähige Atmosphäre (Gas)
- Zone 1: Risiko im Normalbetrieb wahrscheinlich (Gas)
- Zone 2: geringes und kurzzeitiges Risiko (Gas)
Entsprechend gilt für Staubgemische:
- Zone 20: ständiges Vorhandensein (Staub)
- Zone 21: gelegentliches Vorhandensein (Staub)
- Zone 22: seltenes Vorhandensein (Staub)
Je nach Zone und Gefahren legen Kategorien (1, 2 und 3) das erforderliche Schutzniveau der dort eingesetzten Geräte fest:
- Kategorie 1 für ein sehr hohes Schutzniveau
- Kategorie 2 für ein hohes Schutzniveau
- Kategorie 3 für ein normales Schutzniveau
Was ist eine ATEX-PNA?
Eine ATEX-PNA ist ein elektronisches Gerät, oft ein tragbares Gerät oder ein spezielles Smartphone, das:
1 – eine Gefahrensituation für einen Alleinarbeiter erkennt (Sturz, längere Bewegungslosigkeit, Lageverlust usw.)
2 – automatisch die Rettungskräfte alarmiert
3 – das Opfer ortet, damit es gemäß den Vorschriften so schnell wie möglich versorgt wird
Diese PNA ist ATEX-zertifiziert, kann also gefahrlos in explosionsfähigen Atmosphären eingesetzt werden.
Welche ATEX-PNA-Modelle gibt es?
Für Beschäftigte in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre gibt es verschiedene ATEX-Lösungen.
ATEX-PNA-Apps für Smartphones
Solche Apps gibt es sowohl für normale Handys als auch für ATEX-Smartphones. So lässt sich eine ATEX-Lösung einfach einführen, wenn die Alleinarbeiter bereits ein solches Smartphone haben.
Diese Geräte haben jedoch einige Nachteile. Zum einen sind ATEX-Smartphones meist sehr teuer (oft ab 800 € oder 1.000 €), was eine große Hürde sein kann, wenn Ihre Beschäftigten keines haben. Zum anderen sind Smartphone-Apps meist ungenauer und weniger zuverlässig als eigene PNA-Geräte für den Alleinarbeiterschutz.
ATEX-PNA-Geräte
PNA-Geräte haben den Vorteil, dass sie speziell für eine zuverlässige Vorfallerkennung entwickelt wurden. Es sind zuverlässige Lösungen, die einen optimalen Schutz der Alleinarbeiter gewährleisten.
Deshalb sind ATEX-konforme PNA-Geräte in der Regel die sicherste Lösung für Alleinarbeiter.
Warum eine ATEX-zertifizierte PNA?
In vielen Industrien besteht in manchen Bereichen wegen der Tätigkeiten und Materialien Explosionsgefahr. Dort sind ATEX-konforme Sicherheitsgeräte zwingend erforderlich. Ein nicht zertifiziertes Gerät kann durch Funken oder Überhitzung eine Explosion auslösen. Die ATEX-PNA ist so konzipiert, dass sie keine Zündquelle darstellt, selbst bei einer Störung.
Welche Funktionen hat eine ATEX-PNA?
Eine gute ATEX-PNA muss mehrere Schlüsselfunktionen bieten, um Alleinarbeiter optimal zu schützen. Diese Merkmale gelten für ATEX- wie für normale Bereiche; in ATEX-Zonen sind jedoch manchmal besondere physische Widerstandseigenschaften nötig (Staub, Dämpfe, Spritzer …).
Zu den Funktionen einer ATEX-PNA gehören:
- Automatische Unfallerkennung: Sturz, Bewegungsverlust, Lageverlust
- Manuelle SOS-Taste
- Alarmübertragung über GSM, Funk oder gesichertes WLAN
- Ortung im Alarmfall, je nach Modell auch in Innenräumen, für eine schnelle Versorgung
- Akkulaufzeit für lange Einsätze (mehrere Stunden)
- Physische Widerstandsfähigkeit: Stöße, Staub, Feuchtigkeit (IP65, IP67 oder höher)
Beispiele für industrielle Anwendungen
Mehrere Situationen erfordern eine ATEX-PNA, zum Beispiel:
- Inspektion von Tanks oder engen Räumen in Raffinerien
- Wartung von Anlagen in Lösungsmittellagern
- Reinigungs- oder Qualitätskontrollarbeiten in Getreidesilos
- Überwachung von Anlagen in Bereichen der Chemieabfallbehandlung
Die hohen Kosten von ATEX-PNA
Ein auffälliger Punkt bei ATEX-PNA im Vergleich zu Nicht-ATEX-PNA sind die sehr hohen Kosten. Für eine ATEX-Zertifizierung müssen die Geräte zahlreiche Normen erfüllen und für explosionsfähige Umgebungen konzipiert sein.
Deshalb sollte man den Bedarf an solchen Geräten je nach Einsatzbereichen der Alleinarbeiter vorab genau festlegen. Die Zahl der ATEX-Zonen an einem Standort ist manchmal begrenzt, sodass man diese Lösungen nicht flächendeckend einführen muss, sondern auf die Beschäftigten beschränken kann, die in diesen Zonen arbeiten.
Fazit zu ATEX-PNA
Eine ATEX-PNA ist nicht nur eine regulatorische Anforderung, sondern ein wesentlicher Präventionshebel, um das Leben von Alleinarbeitern in den gefährlichsten Umgebungen zu schützen. Eine gründliche Analyse von Bedarf, Risiken und betroffener ATEX-Zone hilft, das passende Gerät zu wählen und Sicherheit, Konformität und Reaktionsfähigkeit zu verbinden.




