Personen-Notsignal-Anlagen für Industrie- und Wartungsarbeiten

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In der Industrie arbeiten Beschäftigte häufig allein – beispielsweise bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, an Maschinen oder in Bereichen mit besonderen Gefahren. Gerade in solchen Situationen kann ein Unfall schwerwiegende Folgen haben, wenn keine Person in der Nähe ist, die schnell Hilfe leisten oder einen Notruf absetzen kann.

Der PNA-Einsatz in der Industrie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Alleinarbeiterschutzes. Personen-Notsignal-Anlagen können Mitarbeitern bei gefährlicher Alleinarbeit helfen, indem sie Notfälle automatisch erkennen, einen Alarm auslösen und – je nach System – den Standort der betroffenen Person übermitteln.

Arbeitsunfälle in der Industrie: wichtige Zahlen

730.598

meldepflichtige Arbeitsunfälle insgesamt, davon 661.414 in gewerbliche Berufsgenossenschaften in 2025

20.409

Fälle in der BG Rohstoffe und chemische Industrie und 117.362 Fälle in der BG Holz und Metall in 2025

15 Minuten

an zusätzlicher Verzögerung bedeuten bei einem Schlaganfall (AVC) den Verlust eines Monats an Lebenserwartung

Arbeitsunfälle sind auch in Deutschland ein zentrales Thema im Arbeitsschutz: 2025 wurden 730.598 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Im verarbeitenden Gewerbe entfielen dabei 20,24 Unfälle auf 1.000 Vollzeitäquivalente – ein deutliches Signal für die Bedeutung wirksamer Schutzmaßnahmen, insbesondere für die Arbeit in Industrieumgebungen, die von Natur aus gefährlicher sind – insbesondere, wenn die Unfallgefahr hoch ist.

Kommt es zu einem Notfall, zählt jede Sekunde: bereits eine Verzögerung von 15 Minuten verkürzt die Lebenserwartung um einen ganzen Monat. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie entscheidend der PNA-Einsatz in der Industrie ist, damit Rettungskräfte schnell eingreifen können. Im Ernstfall können wenige Minuten über den Ausgang eines Unfalls entscheiden.

Die besonderen Bedingungen im industriellen Umfeld erhöhen die Gefährdung für Beschäftigte zusätzlich: extreme Temperaturen, Arbeiten in großer Höhe, der Umgang mit gefährlichen Maschinen oder Stoffen sowie entzündliche, explosionsgefährdete oder beengte Bereiche stellen erhebliche Risiken dar.

Jeder Arbeitseinsatz ohne direkte Aufsicht kann daher zu einer gefährlichen Situation werden, in der schnelle Hilfe entscheidend ist.

Warum ist Alleinarbeit in der Industrie besonders gefährlich?

Allein zu arbeiten, kann in industriellen Umgebungen mit besonderen Gefahren verbunden sein. Dazu gehören beispielsweise:

Physische und mechanische Risiken

Sie entstehen beispielsweise durch Stürze, Kollisionen oder Fehlfunktionen von Maschinen.

Chemische und thermische Risiken

Sie können durch den Kontakt mit giftigen Stoffen und Dämpfen oder durch extreme Temperaturen entstehen.

Elektrische Risiken

Sie bestehen insbesondere bei Arbeiten an elektrischen Spannungsanlagen.

Psychosoziale Risiken

Dazu zählen beispielsweise erhöhter Stress oder eine nachlassende Aufmerksamkeit aufgrund der Alleinarbeit.

Die Risiken, denen Alleinarbeiter ausgesetzt sind, beschränken sich nicht nur auf das körperliche Risiko. Besonders gefährlich werden solche Situationen durch die fehlende Unterstützung: Ein Sturz kann dazu führen, dass eine Person über längere Zeit bewegungsunfähig bleibt. Beim Einatmen von Gasen kann es sogar zur Bewusstlosigkeit kommen, bevor überhaupt ein Alarm ausgelöst werden kann.

Wenn eine Person keine Möglichkeit hat, selbst einen Notruf oder Alarm auszulösen, können die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls schwerwiegender sein, wenn nicht direkt geholfen wird. Je länger die Hilfe ausbleibt, desto schwerwiegender können die Folgen des Arbeitsunfalls sein.

Was sagt das deutsche Arbeitsschutzrecht zur Alleinarbeit?

In Deutschland muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen. Bei gefährlicher Alleinarbeit konkretisiert die DGUV Regel 112-139 die Anforderungen an die Risikobeurteilung und den möglichen Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage (PNA-11).

  • § 5 ArbSchG – Gefährdungsbeurteilung: Der Arbeitgeber muss die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen ermitteln und daraus die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen ableiten. Das gilt auch für Risiken, die sich aus Arbeitsmitteln, Arbeitsverfahren oder den konkreten Arbeitsbedingungen ergeben.

  • § 9 ArbSchG – Besondere Gefahren: Bei Tätigkeiten mit besonderen Gefahren muss der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen treffen, damit Mitarbeiter bei einer unmittelbaren erheblichen Gefahr schnellstmöglich Hilfe erhalten bzw. sich in Sicherheit bringen können.

  • § 10 ArbSchG – Erste Hilfe und sonstige Notfallmaßnahmen: Der Arbeitgeber muss abhängig von Art der Tätigkeit und den Gefährdungen geeignete Maßnahmen für Erste Hilfe und Notfälle treffen. Dazu gehört auch die Organisation der Verbindung zu externen Rettungsdiensten.

  • DGUV Regel 112-139 – Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen: Die Regel konkretisiert den Arbeitsschutz für gefährliche Alleinarbeit und beschreibt, wann eine Personen-Notsignal-Anlage (PNA) als technische Schutzmaßnahme infrage kommt. Grundlage ist eine individuelle Risikobeurteilung.

Der PNA-Einsatz in der Industrie ist nicht automatisch für jede Form der Alleinarbeit vorgeschrieben: Je nach Ergebnis der Risikobeurteilung kann Alleinarbeit zulässig, eine technische Überwachung (PNA) erforderlich oder die Alleinarbeit unzulässig sein. In die Beurteilung fließen ein:

  • die Gefährdung durch die Tätigkeit
  • die Wahrscheinlichkeit eines Notfalls
  • die Zeit bis zum Beginn der erforderlichen Hilfeleistung.

Bei erhöhter oder kritischer Gefährdung ist in der Regel eine normgerechte PNA-11 erforderlich. Ist das Risiko trotz technischer Überwachung zu hoch, kann Alleinarbeit sogar unzulässig sein.

Prävention beim Arbeitsschutz in der Industrie

Prävention als wichtiger Teil im Alleinarbeiterschutz

Der Schutz von Alleinarbeitern in der Industrie erfordert ein durchdachtes Präventionskonzept. Unternehmen sollten Situationen vollständiger Isolation möglichst vermeiden, eine zuverlässige Fernüberwachung gewährleisten und klare Abläufe für eine schnelle Hilfeleistung festlegen. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten die entsprechenden Notfall- und Interventionsmaßnahmen kennen.

Lösungen für mehr Sicherheit bei Alleinarbeit in Industrieumgebungen

Um Beschäftigte wirksam vor den Risiken der Alleinarbeit zu schützen, stehen verschiedene technische und organisatorische Möglichkeiten zur Verfügung:

Personen-Notsignal-Anlagen (PNA)

Eine PNA (auch PNG: Personen-Notsignal-Gerät genannt) ermöglicht es Alleinarbeitern, im Notfall manuell über einen SOS-Knopf oder automatisch, etwa bei einem Sturz, beim Verlust der aufrechten Körperhaltung oder längerer Bewegungslosigkeit, Alarm auszulösen. Systeme mit Innen- und Außenortung können zudem dabei helfen, Rettungskräfte schnell und gezielt zum Einsatzort zu führen.

Personen-Notsignal-Gerät (PNG)​

Dazu zählen beispielsweise Schutzhelme, Handschuhe oder Auffanggurte. Die jeweils geeignete PSG richtet sich nach den Gefährdungen am Arbeitsplatz. Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Schutzausrüstung geeignet, ordnungsgemäß eingesetzt und regelmäßig überprüft wird.

ATEX-zertifizierte Geräte für explosionsgefährdete Bereiche:

In Bereichen mit Explosionsgefahr, beispielsweise in Chemieanlagen oder Raffinerien, müssen eingesetzte elektronische Geräte – einschließlich PNA-Systemen für die Industrie – für die jeweilige explosionsgefährdete Umgebung geeignet und entsprechend zertifiziert sein. Sie müssen so ausgelegt sein, dass von ihnen keine Zündquelle, etwa durch Funkenbildung oder unzulässige Erwärmung, ausgeht.

Unsere PNA für anspruchsvolle Arbeitsumgebungen in der Industrie

Was ist die PNA-Lösung Safeguard?

Die Personen-Notsignal-Anlage Safeguard von Sysnav wurde für die Sicherheit von Alleinarbeitern in Industrieumgebungen entwickelt – selbst für anspruchsvollste Arbeitsbedingungen. Das PNA-Gerät wird am Bein getragen und soll die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit möglichst wenig einschränken. Durch die Kombination verschiedener Kommunikationstechnologien ermöglicht unser PNA-System eine zuverlässige Übertragung von Notsignalen auch in schwierigen Umgebungen.

Vorteile für den Einsatz in der Industrie:

Dank dieser Funktionen eignet sich Safeguard für den Einsatz in unterschiedlichen Industrieumgebungen. Unsere Personen-Notsignal-Anlage kann außerdem an die jeweiligen Anforderungen des Industriestandorts angepasst werden.

Warum ist eine präzise Ortung bei Alleinarbeit wichtig?

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Je schneller die in Not geratene Person gefunden wird, desto schneller können die erforderlichen Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.

Eine präzise Ortung spielt deshalb eine wichtige Rolle bei Personen-Notsignal-Geräten in der Industrie. Die Technologie von Safeguard ermöglicht eine Ortung auch in schwierigen Lagen wie in komplexen Industriegebäuden und Kellerräumen.

Die magneto-inertiale Ortungstechnologie von Sysnav funktioniert dabei unabhängig vom GPS-Signal. Die Technologie wurde übrigens auch in anspruchsvollen Einsätzen bei der Feuerwehr erprobt.

Warum müssen auch Bereiche ohne Mobilfunknetz abgedeckt werden?

Der Alarm funktioniert nur zuverlässig, wenn das Signal übertragen werden kann. In großen Industrieanlagen, Kellerräumen oder abgeschirmten Bereichen kann die herkömmliche Mobilfunkabdeckung eingeschränkt sein.

Für solche Bereiche bietet Safeguard die Möglichkeit, LoRaWAN-Antennen auf dem Betriebsgelände zu installieren. Dadurch wird die Alarmübertragung auch in Bereichen ohne herkömmliche Netzabdeckung ermöglicht.

Präzise Ortung des Alleinarbeitenden

Abdeckung von Funklöchern

PNA-Einsatz in der Industrie: Beispiele aus der Praxis

Das PNA-Gerät von Sysnav eignet sich ideal für Wartungsarbeiten und industrielle Arbeitsumgebungen – auch unter besonders anspruchsvollen Bedingungen. Das System wurde für den Einsatz unter extremen Bedingungen entwickelt und funktioniert auch auf weitläufigen Betriebsgeländen sowie in Bereichen mit eingeschränkter oder fehlender Netzabdeckung.

FAQ – PNA in der Industrie

Welche besonderen Risiken bestehen bei Alleinarbeit in der Industrie?

In Industrieumgebungen können Gefahren beispielsweise durch Maschinen, Gefahrstoffe, elektrische Anlagen, Arbeiten in der Höhe oder andere technische Einrichtungen entstehen.

Bei Alleinarbeit steigt das Risiko, wenn im Notfall niemand unmittelbar vor Ort ist, um Hilfe zu leisten oder einen Notruf abzusetzen.
Grundsätzlich ist Alleinarbeit nicht pauschal verboten. Ob sie zulässig ist, hängt von der konkreten Tätigkeit und der Gefährdungsbeurteilung ab.

Bei gefährlicher Alleinarbeit müssen geeignete technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die DGUV Regel 112-139 sieht hierfür eine Risikobeurteilung vor. Je nach Gefährdungsstufe können unterschiedliche Meldeeinrichtungen wie eine PNA-11 erforderlich sein. Bei bestimmten Tätigkeiten kann Alleinarbeit trotz technischer Überwachung unzulässig sein.
Die Wahl der PNA-Lösung sollte sich an der Arbeitsumgebung und den Tätigkeiten der Alleinarbeiter orientieren. Jeder Standort bringt spezifische Risiken mit sich, die bei der Auswahl berücksichtigt werden müssen. PNA-Lösungen sind in unterschiedlichen Formen erhältlich – etwa als Smartphone-App, separates Gerät oder Smartwatch – und eignen sich je nach Gefährdung und Arbeitsbedingungen unterschiedlich gut.
Die wichtigsten Auswahlkriterien sind:

  • Tragekomfort: Das Gerät sollte bequem zu tragen sein und die Beschäftigten bei ihrer Arbeit nicht beeinträchtigen.

  • Ortungsfähigkeit: Das PNA-Gerät sollte eine zuverlässige Ortung im Freien, in Gebäuden und in unterirdischen Bereichen ermöglichen.

  • Abdeckung: Auch Bereiche mit eingeschränkter oder fehlender Netzabdeckung sollten möglichst zuverlässig überwacht werden können.

  • Alarmketten: Die Alarmierung sollte individuell konfigurierbar sein, beispielsweise hinsichtlich der Anzahl der hinterlegten Verantwortlichen und der Reihenfolge der Benachrichtigungen.

Wichtig ist außerdem, Alleinarbeiter frühzeitig bei der Auswahl der PNA für den Einsatz in der Industrie einzubeziehen. So lässt sich die Akzeptanz erhöhen und Sie stellen sicher, dass das System im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt und richtig bedient wird.