Im Arbeitsschutzmanagement ist der Schutz von Alleinarbeitern in vielen Unternehmen zu einer Priorität für Arbeitsschutzverantwortliche und Führungskräfte geworden. Die Gefahren, denen Alleinarbeiter ausgesetzt sind, und die strafrechtlichen Risiken für Führungskräfte und Unternehmen verlangen von Arbeitgebern große Wachsamkeit.
Deshalb ist die Wahl eines PNA-Modells (Personen-Notsignal-Anlage) heute besonders wichtig. Die Vielzahl an Modellen und Funktionen erfordert jedoch einen Vergleich der PNA-Typen sowie eine Erläuterung der Vor- und Nachteile jedes Modells.
Ob in der Industrie, im Bauwesen oder im Dienstleistungssektor: Die Risiken für allein arbeitende Beschäftigte sind zahlreich. Gesundheitliche Probleme wie ein Schwächeanfall oder Herzinfarkt oder Risiken durch Arbeitsumgebung und Tätigkeit: Alleinarbeiter sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt, deren Folgen und Schäden durch die Isolation verschlimmert werden.
In diesem Zusammenhang kommen Personen-Notsignal-Anlagen (PNA) zum Einsatz. Diese Sicherheitsausrüstungen wurden speziell entwickelt, um Notfällen vorzubeugen und bei Bedarf Rettungsteams zu alarmieren. Doch wie trifft man angesichts der vielen Angebote und Funktionen die richtige Wahl?
In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen verfügbaren PNA-Typen mit ihren Merkmalen, Vor- und Nachteilen vor. Ziel ist es, Arbeitsschutzverantwortlichen einen Überblick über die bestehenden Lösungen zu geben, damit sie eine fundierte und auf ihre Arbeitsumgebung zugeschnittene Wahl treffen können.
Was ist eine PNA und warum ist sie für den Schutz von Alleinarbeitern unverzichtbar?
Eine Personen-Notsignal-Anlage (PNA) ist eine Sicherheitsausrüstung zum Schutz von Beschäftigten, die allein arbeiten. Alleinarbeit liegt vor, wenn ein Beschäftigter seine Aufgaben ohne Kollegen in unmittelbarer Nähe ausführt, also außer Sicht- und Hörweite anderer.
Diese Geräte sollen es einem Alleinarbeiter ermöglichen, jede Notlage zu melden. Die PNA erkennt Unregelmäßigkeiten in der Aktivität eines Beschäftigten, etwa einen Sturz, einen Schwächeanfall oder längere Inaktivität, und löst automatisch oder manuell (per SOS-Taste) einen Alarm beim Aufsichtsteam oder sogar bei den Rettungsdiensten aus. Ziel ist ein schnelles Eingreifen im Notfall, um Risiken zu verringern und die Sicherheit der Beschäftigten zu verbessern.
Um wirksam zu sein, muss eine PNA mehrere Kriterien erfüllen:
- Die PNA muss Alarme und Vorfälle (Sturz, Bewegungslosigkeit …) zuverlässig erkennen
- Die PNA muss robust sein
- Die PNA muss einfach zu bedienen und angenehm zu tragen sein
- Idealerweise bietet die PNA erweiterte Funktionen wie die Ortung, um den Schutz von Alleinarbeitern noch wirksamer zu machen.
Die verschiedenen PNA-Typen auf dem Markt
Es gibt mehrere PNA-Typen, die jeweils auf bestimmte Anforderungen je nach Arbeitsumgebung, Risiken und Standort zugeschnitten sind.
Wir stellen die gängigsten Optionen auf dem Markt vor.
Funkgeräte (Walkie-Talkie und DECT)
Funkgeräte wie Walkie-Talkies bzw. PMR (Private Mobile Radio) und DECT-Telefone sind klassische Lösungen für die bidirektionale Kommunikation in Industrieumgebungen. Diese PNA arbeiten in der Regel mit privaten Funknetzen oder eigenen Drahtlossystemen und ermöglichen eine sofortige Kommunikation zwischen Beschäftigtem und Vorgesetzten. Man spricht hier auch von einem bidirektionalen Modul.
Vorteile von Funkgeräten
Walkie-Talkies sind robust und widerstandsfähig gegen Stöße, Witterung und Verschleiß. Sie eignen sich daher ideal für Industrieumgebungen mit schwierigen Arbeitsbedingungen.
Einer der Hauptvorteile ist die Push-to-Talk-Kommunikation, die auch auf Distanz die Verbindung zum Beschäftigten aufrechterhält. Zudem verfügen diese Systeme oft über Notruftasten, mit denen im Bedarfsfall sofort ein Notsignal gesendet werden kann.
Nachteile von Funkgeräten
Diese Geräte haben jedoch auch Grenzen und Schwachstellen. Ihre Reichweite kann je nach Umgebung und Aufbau des Standorts eingeschränkt sein, insbesondere in Bereichen mit schwacher Funkabdeckung.
Zwar bieten sie gute Tonqualität und bidirektionale Kommunikation, doch in der Regel fehlen erweiterte Funktionen wie die Echtzeit-Ortung, was ihre Wirksamkeit in komplexen Situationen einschränken kann.
Kommunikation allein reicht nicht aus, um Alleinarbeiter zu schützen. Ist der Beschäftigte nicht in der Lage, seine Notlage willentlich zu melden (zum Beispiel bei einem Schwächeanfall oder Herzinfarkt), braucht es Systeme zur präzisen automatischen Vorfallerkennung. Zudem ist die präzise Ortung des Beschäftigten, insbesondere an großen Standorten, oft entscheidend, um ihn so schnell wie möglich zu versorgen und die Folgen seines Unfalls zu begrenzen.
PNA-Geräte
PNA-Geräte sind ausschließlich für den Schutz von Alleinarbeitern konzipiert und daher besonders wirksam. Mit diesen tragbaren Geräten kann der Nutzer manuell einen Alarm senden, oder das Gerät löst ihn dank Vorfallerkennung automatisch aus. Diese PNA-Modelle verfügen daher teils über eine SOS-Taste, teils nur über Sensoren zur automatischen Vorfallerkennung.
Wichtig ist, dass diese Systeme über eine automatische Vorfallerkennung verfügen. Ein willentlicher Alarm ist nicht immer möglich, wenn der verunglückte Beschäftigte bewusstlos oder nicht in der Lage ist, den Alarm selbst auszulösen.
Diese Geräte können am Gürtel, am Fuß, in einer Tasche oder sogar in Zubehör wie Ausweishaltern oder Armbändern integriert getragen werden.
Vorteile von PNA-Geräten
PNA-Geräte sind speziell für den Schutz von Alleinarbeitern bestimmt. Sie sind daher auf deren Arbeitsbedingungen und spezifische Schutz- und Sicherheitsbedürfnisse zugeschnitten.
Diese Geräte gelten als zuverlässig und robust. Außerdem sind sie so gestaltet, dass sie Alleinarbeiter bei ihren täglichen Aufgaben nicht behindern, und in der Regel einfach zu tragen und zu bedienen.
Manche fortschrittlichen Modelle wie die PNA von Sysnav bieten zudem eine Ortung, damit die Rettungskräfte den Beschäftigten in Not schnell finden.
Nachteile von PNA-Geräten
Ein Nachteil dieser Geräte ist jedoch, dass sie keine Kommunikation in Richtung Gerät ermöglichen. Um diese Lücke zu schließen, werden sie teils mit mobilen Apps kombiniert. Dann bieten sie einen guten Kompromiss aus der Zuverlässigkeit und Präzision von PNA-Geräten und den Funktionen von Smartphones.
PNA-Apps für Mobilgeräte
Da Beschäftigte bei ihrer Arbeit oft ein Smartphone haben, haben viele Unternehmen PNA-Apps für den Alleinarbeiterschutz entwickelt. Diese Apps nutzen die Funktionen von Mobiltelefonen und bieten eine flexible und oft günstigere Lösung als andere Geräte.
Neben Grundfunktionen wie dem Senden von SOS-Alarmen können diese Apps eine Ortung über das GPS des Telefons, Bewegungslosigkeitsalarme oder eine Sturzerkennung bieten.
Vorteile mobiler Apps
Der Hauptvorteil von PNA-Apps sind Flexibilität und Kosten. Haben die Beschäftigten bereits ein Smartphone, ist die PNA-App einfach einzuführen und eher günstig (Abonnements etwa zwischen 5 € und 30 € pro Monat).
Wenn die Beschäftigten bereits ein Smartphone besitzen, senkt diese Lösung also die Anschaffungskosten für PNA-Ausrüstung.
Nachteile mobiler Apps
Diese Lösungen sind jedoch oft ungenauer und weniger zuverlässig als spezielle Geräte für Alleinarbeiter wie PNA-Geräte. Die Vorfallerkennung hängt von den internen Sensoren des Smartphones und dessen Betriebssystem ab und ist nicht immer präzise genug. Es besteht daher das Risiko falsch positiver Meldungen und Fehlalarme.
Außerdem sind diese PNA-Apps nur wirksam, wenn das Smartphone geladen ist und eine gute Netzverbindung hat. Die PNA-Lösung hängt vom Smartphone und damit von seinem Akku ab, der sich schnell entladen kann. Zudem muss der Beschäftigte sein Telefon ständig bei sich tragen, was in manchen Arbeitsumgebungen mit ohnehin sperriger Ausrüstung unpraktisch ist.
In bestimmten Arbeitsumgebungen wie ATEX-Zonen schließlich sind ATEX-zertifizierte Smartphones nötig, die teurer sind und nur eingeschränkte Leistung bieten.
Vernetzte Uhren und Armbänder
Vernetzte Uhren und Armbänder sind ein weiterer PNA-Typ für den Alleinarbeiterschutz. Sie bieten mehrere fortschrittliche Funktionen wie Sturzerkennung, SOS-Alarm und Bewegungslosigkeitserkennung. Sie werden am Handgelenk getragen und sind daher leicht zu tragen.
Vorteile vernetzter Armbänder und Uhren
Vernetzte PNA-Armbänder und -Uhren eignen sich oft gut für Tätigkeiten in Umgebungen, in denen das Tragen eines weiteren Geräts hinderlich ist.
Wie PNA-Geräte sind auch vernetzte Armbänder und Uhren widerstandsfähiger gegenüber den Arbeitsbedingungen und der Umgebung des Beschäftigten und eignen sich daher für Branchen wie Bauwesen oder Industrie.
Nachteile vernetzter Armbänder und Uhren
Diese Geräte verfügen in der Regel nicht über ein bidirektionales Kommunikationsmodul.
Zudem ist das Tragen am Handgelenk nicht für alle Aufgaben geeignet. Bei feinmotorischen Arbeiten können diese Armbänder Bewegungslosigkeit erkennen und einen Alarm auslösen. In manchen Berufen können sie daher Fehlalarme verursachen.
Auswahlkriterien für eine PNA: worauf es ankommt
Die Wahl der PNA hängt von mehreren Kriterien ab, die je nach Unternehmen und Risiken der Beschäftigten variieren. Einige Punkte, die Sie bei der Wahl eines passenden Geräts berücksichtigen sollten:
- Die Arbeitsumgebung:
Sind Kommunikationsnetze überall verfügbar? Gibt es Funklöcher? Ist der Standort groß? Gibt es Untergeschosse?
- Die erweiterten Funktionen:
Ist zum Beispiel die Ortung wegen der Größe oder Komplexität des Arbeitsorts entscheidend, sollten Sie Modelle mit dieser Funktion prüfen und darauf achten, welche Genauigkeit sie mit ihrer Ortungstechnologie bieten.
- Die einfache Bedienung:
Damit Ihre Alleinarbeiter die PNA schnell und einfach annehmen, sollten Sie einfache und intuitive Lösungen bevorzugen.
- Die Software und die Zusatzleistungen:
Es gilt zu verstehen, wie sich die gewählte Lösung in die bestehenden Lösungen am Standort einfügt und welche Leistungen enthalten sind (Wartung, Updates, Alarmmanagement über eine Notrufzentrale, Reparatur defekter Geräte …).
Vor- und Nachteile der verschiedenen PNA-Typen
Jeder PNA-Typ hat Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl des passenden Geräts für Ihr Unternehmen zu berücksichtigen sind. Das Gerät sollte optimal zur Arbeitsumgebung und zu den Tätigkeiten der Beschäftigten passen.
Je nach Anforderungen Ihres Unternehmens, insbesondere an die Integration des Alleinarbeiterschutzsystems in andere Software, sind über die PNA hinaus bestimmte Lösungen sinnvoller. So erfordert das Alarmmanagement grundlegende Entscheidungen: eine eigene, intern betriebene Überwachungsplattform oder eine ausgelagerte, gemeinsam genutzte Notrufzentrale.
Fazit zu den verschiedenen PNA-Modellen
Personen-Notsignal-Anlagen sind ein wesentliches Instrument im Risikomanagement und beim Schutz der Beschäftigten.
Je nach Ihren Anforderungen stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Arbeitsschutzverantwortliche sollten Faktoren wie Arbeitsumgebung, benötigte Funktionen und Netzzuverlässigkeit berücksichtigen, um die PNA zu wählen, die am besten zur Tätigkeit ihrer Alleinarbeiter und zu deren Arbeitsumgebung passt.
Weitere Informationen zur PNA von SYSNAV
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