Lastenheft für PNA-Systeme: Einkaufsleitfaden für den Arbeitsschutz 2026

Inhalt

Zusammenfassung

Ohne solides Lastenheft kauft man schlecht. Dieser Leitfaden 2026 gibt Arbeitsschutzverantwortlichen die Werkzeuge, um ihren Bedarf festzulegen, Angebote zu vergleichen und die klassischen Fallen einer PNA-Ausschreibung zu vermeiden.

 

Für die Sicherheit von Alleinarbeitern ist die Wahl eines passenden PNA-Systems entscheidend, um den Beschäftigten ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. Eine schlechte Wahl kann zu verzögerten Einsätzen, unnötigen Alarmen oder im schlimmsten Fall zu einem schweren Unfall führen. Die Wahl einer PNA ist daher strategisch.

 

Arbeitsschutzverantwortliche brauchen deshalb eine ausführliche Liste und ein klares Lastenheft, um alle verfügbaren Lösungen zu bewerten und ihren Anbietern die richtigen Fragen zu stellen. Um diesen Entscheidungsprozess zu begleiten, stellen wir eine Liste von Auswahlkriterien vor, die bei der Erstellung des PNA-Lastenhefts hilft.

 

 

Warum ist ein vollständiger PNA-Einkaufsleitfaden strategisch?

 

Die Sicherheit der Alleinarbeiter gewährleisten

 

Wenn Sie alle kritischen Funktionen berücksichtigen, verringern Sie das Risiko schwerer Vorfälle an Ihrem Standort. Sobald eine PNA einen Unfall erkennt, zählt jede Minute. Eine schnelle Versorgung ist entscheidend, um die Schäden für den Alleinarbeiter zu begrenzen.

Es braucht also:

 

  1. eine Erkennung des Unfalls im richtigen Moment (ohne falsch positive Meldungen oder Störungen, die einen Notalarm verhindern, etwa in Funklöchern),
  2. eine Benachrichtigung an einen Verantwortlichen, der schnell handeln kann,
  3. nützliche Informationen für die Versorgung des Beschäftigten in Not (Position, Art des Vorfalls usw.).

 

Bessere Auswahl der PNA-Anbieter

 

Ein strukturiertes Lastenheft ermöglicht einen objektiven Vergleich der verfügbaren PNA-Lösungen. Es erleichtert zudem die Auswahl und verschafft einen genauen Überblick über die Angebote am Markt.

 

Zeitgewinn für die Arbeitsschutz- und QHSE-Teams

 

Alle Arbeitsschutzteams arbeiten mit denselben Kriterien: Mit einem Lastenheft lässt sich prüfen, ob alle nötigen Kriterien erfüllt sind.

 

Entspricht das PNA-System Ihren Erwartungen, können Sie zudem anderen Arbeitsschutzverantwortlichen in Ihrem Unternehmen davon berichten. Diese Erfahrungswerte sparen viel Zeit.

 

Weniger Fehler und geringere Einkaufskosten

 

Es geht darum, ungeeignete oder nicht normgerechte PNA-Systeme zu vermeiden. Das ist ein großer Kostenfaktor, denn die Einführung einer Lösung kostet nicht nur Geld, sondern auch viel interne Zeit.

 

 

Vollständige Liste der PNA-Funktionen für den Einkauf

 

Um eine PNA-Lösung zu wählen, die zu Ihren Sicherheitsanforderungen, zur Tätigkeit des Unternehmens und zur Arbeitsumgebung passt, sind mehrere Kriterien zu beachten.

 

 

Trageweise und Ergonomie

 

Die Trageweise ist ein wesentliches Kriterium, denn sie bestimmt den Komfort für den Beschäftigten. Eine störende Trageweise kann dazu führen, dass die Teams die Lösung aufgeben.

 

Zudem passt das System je nach Trageweise mehr oder weniger gut zu den Tätigkeiten des Beschäftigten, was die Rate an Fehlalarmen und falsch positiven Meldungen stark beeinflusst. Ein Gürtelgerät etwa eignet sich wenig für jemanden, der sich bei der Arbeit oft länger bücken muss: Es drohen häufige Lageverlusterkennungen und damit viele Fehlalarme.

 

Kriterien zur Trageweise:

  • Position: Bein, Gürtel, Weste, Helm je nach Tätigkeit
  • Komfort beim längeren Tragen: Gewicht, Größe, Einstellbarkeit
  • Widerstandsfähigkeit gegen Stöße und physische Belastungen am Standort
  • Kompatibilität mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA)

 

 

Mit der PNA kompatible Kommunikationsnetze

 

Das Kommunikationsnetz ist ein wesentliches Kriterium. Eine PNA, die mit dem am Standort verfügbaren Netz kompatibel ist, gewährleistet das Senden eines Alarms im Ernstfall. Zu berücksichtigen sind:

 

  • Verbindungsarten: Mobilfunk, WLAN, LoRa, Sigfox, Bluetooth
  • Umgang mit Funklöchern, um Alarmunterbrechungen zu vermeiden
  • Funktion in Innen- und Außenbereichen, Industriegebäuden oder unterirdisch
  • Integration in bestehende Infrastrukturen und Überwachungssysteme

 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind mögliche Funklöcher. Diese Bereiche ohne Netz sind eine große Sicherheitsherausforderung für Arbeitsschutzverantwortliche und erfordern spezielle Lösungen oder eigene Protokolle.

 

 

Funklöcher im Alleinarbeiterschutz

 

Alleinarbeit in Funklöchern ist eine große Sicherheitsherausforderung. Ein Alleinarbeiter kann dort keine Notmeldung senden, was die Gefahren und Risiken der Isolation verstärkt. Das erfordert eine PNA-Lösung, die auf diese spezifischen Anforderungen zugeschnitten ist.

 

Es gibt zwei Wege, mit Funklöchern umzugehen:

 

  • indirekter Weg: Man umgeht das Problem, indem man Alleinarbeit in Funklöchern abschafft oder ein Protokoll einführt. Dieses legt eine maximale Arbeitsdauer im Funkloch fest; danach muss der Alleinarbeiter in einen Bereich mit Netz zurückkehren. So lässt sich ein Alarm bei ungewöhnlich langem Aufenthalt im Funkloch einrichten.

 

  • direkter Weg: Man ergänzt das bestehende Kommunikationsnetz um ein weiteres Netz, das die Funklöcher schließt, etwa das LoRaWAN der Lösung von Sysnav. So ist das Senden eines Alarms jederzeit gewährleistet, selbst in den extremsten Bereichen.

 

 

Alarmkriterien der PNA

 

Je nach Risiken und Tätigkeit ist die Wahl der Alarmkriterien ein Schlüsselelement bei der Entscheidung für eine PNA. Man unterscheidet zwei große Alarmarten:

 

  • den willentlichen Alarm (auch manuell oder SOS-Taste): Der Beschäftigte sendet selbst über eine Notfalltaste eine Alarmmeldung.
  • den unwillkürlichen oder automatischen Alarm: Das Gerät erkennt selbst einen Vorfall oder eine ungewöhnliche Situation.

 

Zu den verschiedenen Alarmarten gehören:

 

  • die automatische Sturzerkennung
  • die Lageverlusterkennung
  • die Erkennung längerer Bewegungslosigkeit
  • die manuelle Alarmtaste, um Vorfälle oder Unwohlsein zu melden
  • die Erkennung des Betretens eines gesperrten oder gefährlichen Bereichs: Geofencing
  • die Erkennung eines längeren Aufenthalts in einem Funkloch
  • Benachrichtigungen bei niedrigem Akkustand oder Gerätestörung

 

 

Ortungsfunktion und Genauigkeit der PNA

 

Ist der Vorfall erkannt und der Alarm bei einem Verantwortlichen eingegangen, muss der Beschäftigte in Not so schnell wie möglich versorgt werden. Jede Minute zählt, um die gesundheitlichen Folgen zu begrenzen. Deshalb ist die Ortungsfunktion ein Schlüsselelement für einen wirksamen Rettungseinsatz.

 

Ihre Genauigkeit ist wichtig, denn Ungenauigkeit verlängert schnell die Zeit bis zur Versorgung. An komplexen Standorten kann es schwierig sein, den Beschäftigten in Not zu finden, besonders bei Laufstegen, mehreren Ebenen oder lauter Umgebung.

 

Eine präzise 3D-Ortung ist daher ein wesentlicher Vorteil für die Wirksamkeit der PNA. Die Genauigkeit der Ortung lässt sich an folgenden Kriterien beurteilen:

 

  • Erkennung des genauen Stockwerks in mehrstöckigen Gebäuden (Zwischengeschosse und komplexe Bereiche in Lagern oder Industriestandorten mit Laufstegen usw.)
  • Kompatibilität mit Überwachungssystemen und Arbeitsschutz-Leitstellen
  • Ortung des Beschäftigten in Not in Untergeschossen
  • Präzise 2D-Ortung (meist genügen 5 bis 15 m, je nach Umgebung kann höhere Genauigkeit nötig sein)

 

Die PNA von Sysnav verfügt über die zuverlässigste Ortungstechnologie für jede Umgebung, selbst in den komplexesten Situationen.

 

Überwachungssoftware

 

Eine PNA-Lösung besteht nicht nur aus den getragenen Geräten, sondern meist auch aus einer Software- und App-Suite. Damit werden die Einstellungen verwaltet, Alarme in Echtzeit überwacht und eine Vorfallhistorie geführt.

 

Die Praxistauglichkeit der Lösung hängt stark von dieser Software ab, mit der Alarmketten konfiguriert und die Lösung im Alltag verwaltet werden. Zu beachten sind:

 

  • Ist die Anwendung am Computer und/oder Smartphone verfügbar?
  • bei einer mobilen App: Kompatibilität mit Android oder iOS prüfen
  • einfache und intuitive Bedienung (besonders wenn das Alarmmanagement intern erfolgt)
  • Datenschutz und Cybersicherheit

 

 

Notrufzentrale oder internes Alarmmanagement?

 

Die Wahl zwischen Notrufzentrale und internem Alarmmanagement hängt vor allem von den Ressourcen und der Kritikalität der Risiken ab. Eine Notrufzentrale bietet Überwachung rund um die Uhr, bewährte Verfahren und sofortige Reaktion und sichert eine professionelle Bearbeitung der Alarme, auch außerhalb der Arbeitszeiten.

 

Das interne Management ermöglicht dagegen bessere Kontrolle der Abläufe und genaue Kenntnis des Standorts, erfordert aber ständig verfügbares Personal, geeignete Schulung und eine robuste Organisation für einen lückenlosen Betrieb. Die Wahl muss zur Fähigkeit des Unternehmens passen, Notfälle wirksam zu bewältigen und die Sicherheit der Alleinarbeiter zu gewährleisten.

 

 

Normen und Zertifizierungen für die Arbeitsumgebung

 

In manchen Arbeitsumgebungen gelten besondere Normen. Dann muss eine PNA gewählt werden, die diese Anforderungen erfüllt. Häufige Normen:

 

  • Schutzart (IP): Wasser- und Staubschutz
  • ATEX: Konformität für explosionsfähige Umgebungen
  • Einhaltung lokaler und internationaler Arbeitsschutznormen
  • weitere Zertifizierungen je nach Branche (z. B. Pharma, Chemie, Kernenergie)

 

 

Akkulaufzeit der PNA

 

Je nach Bedarf ist auch die gewünschte Akkulaufzeit festzulegen. Sie kann stark variieren, von einigen Stunden für einen Arbeitstag bis zu mehreren Tagen.

 

Zu berücksichtigen sind:

  • Akkulaufzeit im realen Einsatz und Ladezeit
  • Haltbarkeit und Zuverlässigkeit über die Zeit (insbesondere des Akkus)

 

 

Wartung der PNA-Lösung

 

Auch die Wartung ist ein entscheidender Punkt. Bei einer Störung muss das defekte Gerät schnell ersetzt werden, damit die Alleinarbeiter nicht ohne Schutz bleiben.

 

Dieses Kriterium hängt von der Erwerbsart ab: Abonnement oder Kauf. Beim Kauf kann die Lieferung eines neuen Geräts lange dauern. Im Abonnement ist meist ein Wartungsservice enthalten, der kurzfristig ein funktionsfähiges Gerät liefert.

 

 

Häufige Fragen im Einkaufsprozess einer PNA-Lösung

 

Damit Sie Ihre Wahl im Gespräch mit einem PNA-Anbieter bestmöglich treffen, hier einige Beispielfragen:

 

  • Welche Alarmkriterien gibt es? Sind sie anpassbar?
  • Wie genau ist die Ortung? Funktioniert sie über mehrere Stockwerke?
  • Ist das Gerät für ATEX- oder bestimmte IP-Umgebungen geeignet?
  • Wie werden falsch positive Meldungen und Fehlalarme behandelt?
  • Wie lang ist die reale Akkulaufzeit vor Ort, und wie werden Warnungen bei niedrigem Akkustand gehandhabt?
  • Welche Reporting- und Protokollierungsoptionen gibt es?
  • Welche Schulung und welcher technische Support werden den Arbeitsschutzteams geboten?

 

 

Kostenloses Angebot: Vereinfachen Sie Ihre PNA-Auswahl mit unseren Experten

 

Zur Unterstützung der Arbeitsschutzverantwortlichen bieten wir ein Gespräch mit unseren Experten an, um gemeinsam die optimale PNA-Lösung für Ihre Sicherheitsanforderungen und den Schutz Ihrer Alleinarbeiter festzulegen:

 

  • Präzisierung Ihrer Sicherheitsanforderungen
  • Definition typischer Situationen der Alleinarbeit
  • Übersetzung der Risiken in technische und funktionale Kriterien

 

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FAQ

Was ist eine PNA (Personen-Notsignal-Anlage)?

Die PNA ist ein System zum Schutz von Alleinarbeitern. Sie ermöglicht die Erkennung eines Vorfalls, entweder willentlich (SOS-Taste) oder unwillentlich (automatische Sturz- oder Bewegungslosigkeitserkennung durch Sensoren).

Alleinarbeiter mit PNA-Systemen auszustatten, ist an sich keine gesetzliche Pflicht. Der Schutz von Alleinarbeitern ist jedoch eine Pflicht des Arbeitgebers. Zudem betont die Rechtsprechung, dass Arbeitgeber die notwendigen Protokolle und Systeme zum Schutz von Alleinarbeitern einführen müssen, um die Vorschriften einzuhalten.

Bei der Wahl eines PNA-Systems gibt es mehrere Kriterien. Sie hängen von der Art der Tätigkeiten der Beschäftigten, der Beschaffenheit des Standorts, an dem sie arbeiten, sowie von der Branche des Unternehmens ab. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien gehören:
  • Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit
  • Verfügbare Kommunikationsnetze, Funklöcher
  • Größe des Standorts
  • Vorhandensein von Untergeschossen oder Innenbereichen
  • Spezifische Normen für die Tätigkeiten am Standort (ATEX, IP usw.)
  • Alarmkriterien
  • Ortungsbedarf bei erkanntem Vorfall
  • usw.

Der Preis einer PNA liegt zwischen 50 € und über 1.200 € pro Jahr. Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: mobiler Mitarbeiter oder fester Standort, Größe des Standorts, erweiterte Funktionen oder nicht, ATEX-Norm oder nicht, spezifische IP-Normen. Für weitere Informationen oder ein individuelles Angebot füllen Sie bitte das Angebotsformular aus.
Bei Sysnav erstellen wir stets ein individuelles Angebot, um Ihnen eine passende Lösung anzubieten. Denn wir begleiten unsere Kunden und passen die Lösung an ihre Tätigkeit an.